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Duschbrause - eine unbequeme Wahrheit

30.08.2026

Man könnte. Wenn man wollte. Ich würde sicher, wenn ich könnte.


„Wasser“ ist in aller Munde diesen Sommer. Obwohl die Quellen meist noch genug liefern, waren weiten Teils die Grasflächen braun und pulverisiert. Und im Regenmesser lagern sich Kamele…

Stichwort „Duschbrausen“. Ich persönlich als Halbinselbegabter rege mich seit Jahrzehnten furchtbar auf über die – man kann es schwerlich anders benennen – Hirnlosigkeit der Fabrikanten und Ingenieure. Ich will das an diesen Beispielen verdeutlichen:

Duschbrausen sind unhandliche superschwere Dinger mit unidealem Schwerpunkt und gigantischem Durchfluss. Braucht man mal einen scharfen Strahl für den Bürzel, muss man maximal aufdrehen. Selbst dann ist die Leistung völlig ungenügend.

Duschbrausen sind vermittels der Halterung meist an der Wand angebracht. Wenn mich also der Wasserstrahl überhaupt erreichen soll, ist der Hahn schon ziemlich stark aufzudrehen. Es sei denn, man presse sich während des Duschens wie eine Briefmarke an die geflieste Wand – denn dort tröpfelt das Wasser entlang, wenn man Wasser vernunftsgemäss sparen möchte.

Vor rund 40 Jahren gab es im Supermarkt eine sehr simple, leichte und handliche Brause in Rauchglas-Optik für wenig Geld. Daran hatte ich dann jedes dritte Loch mit Silikon zugemacht. Mein Wasserverbrauch: 1lt/min. Ich konnte in 11 Minuten komplett und ausgiebig Duschen inklusive Haarwäsche und hatte immer schön warm.

Als diese Brause dann altershalber ersetzt werden musste, fragte ich im Fachhandel gezielt nach einer Wassersparbrause. Die dort angebotene Brause hat aber fast gleichviel Wasser verschwendet wie eine Nichtsparbrause, war aber teurer und noch klobiger.

Heutige Sparbrausen lassen etwa 5 Liter pro Minute durch – also 5x mehr als mir nötig. Normale Duschbrausen spülen 10 bis 15 Liter pro Minute den Bach runter, was im Fachjargon (bei 10 bis 12 Litern) doch noch sehr selbstbewusst als „effizient“ bezeichnet wird.

Als Mann mit kurzem Haarschnitt ist es mir möglich, mit 11 Litern Verbrauch komplett und ausgiebig geduscht zu sein – ohne Zeitdruck. Und das Wasser kommt dort an, wo es sein muss: In der Mitte der Duschwanne auf Kopfhöhe, und auch mit genügend Druck für die Unterbodenwäsche.

Ja natürlich: Das bedingt weniger und kleinere Löcher in der Brause, und die Duschköpfe verkalken dadurch schneller. Konsumenten, die mit dem Entkalken überfordert sind, können ja weiterhin undurchdachte Verschwenderbrausen kaufen.

Für Feinfühlige: Mit 50 bis 100 Litern Zuvielverbrauch pro Tag verschwendet man automatisch auch zuviel Energie für die Wärmeerzeugung des Duschwassers.

Ich will jetzt die Klimaerwärmung nicht an uns Warmduschern festmachen - aber es zeigt ein wenig die Möglichkeiten, die man hätte, würde man denn 1x nachdenken.

Es entzieht sich meinen Kenntnissen, womit sich die gelehrten Köpfe aus Forschung und Entwicklung dieser Branche im vergangenen überhalben Jahrhundert beschäftigt haben – aber keinesfalls mit Ressourcen und ihrer Endlichkeit.

2026: Niemand will die Welt retten. Niemand.

„Yes I would, if I could, I surely would“ (Simon&Garfunkel)

 

 
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