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Ersatzschaden

17.03.2018

Das einseitige Gejammer ist unerträglich. Zum ersten, weil es das Level bedient, was menschlicher Geist und Intellekt eigentlich nicht mehr auf Dauer zu ertragen imstande sind. Zum anderen, weil es schlicht nicht wahr ist. Immer wieder wird dieselbe Leier vom bösen Einkaufstourismus bedient: Es fehlen der Schweiz Milliarden. Angeblich. Fehlen sie wirklich, oder fehlen sie nur den richtigen Leuten?

Sehen wir uns zum einen die Wirtschaft an: So mancher geschützte Händler schlägt mal eben 700% auf die Normalverkaufspreise, obwohl er für den Zuschlag keinerlei Leistung erbringt. Will man uns wirklich politisch zwingen, diese Abzocker unterstützen, indem man für das Produkt acht Stunden arbeiten muss um es sich kaufen zu können, statt bloss eine Stunde?

Der Einkaufstourist besorgt sich Produkte also im Ausland zum Halbwegs-Normalpreis – was der Gier-Händler auch tut. Bis hierher ist die Importbilanz somit symmetrisch. Der Einkaufstourist hat anschliessend 700% gespart. Dieses Gesparte gibt er meistens in der Schweiz aus – genau gleich wie der Gier-Händler (der wohl nie im Ausland Urlaub macht und kaum ein ausländisches Auto fährt). Auch hier stimmt die Inlandbilanz. Einziger Unterschied: Mit dem Modell des Einkaufstourismus wird fantasieloser Protektionismus, Filz, Betrug, Lobbying etwas entflechtet und gelockert. Wenn Sie das nächste mal jemanden im oder ums Bundeshaus - oder vor einer Kamera - schreien und toben hören wegen den zu kriminalisierenden Einkaufstouristen: Dieser Schreier muss nicht zwingend viel von Wirtschaft und Bilanzen verstehen, jedoch ist er wohl exakt einer von diesen Gier-Supportern.

Betrachten wir zum anderen den Staat: Wieviele Milliarden werden jährlich sinn- und zielfrei verbraten für Antlileistungen sowie die Gehälter der Unverantwortlichen? Da sind Behörden vom Dorfe, die nicht das allerkleinste auf die Reihe bekommen. Alle nachgeschalteten Instanzen schaffen das ebenfalls nicht. Das einzige, was sie dank Rechtsverweigerung erschaffen, sind Situationen, die sämtliche Gerichtsinstanzen durchlaufen müssen. Aber auch das reicht noch nicht: So manche Situation vom Dorfe landet schliesslich beim EGMH in Strassburg – einfach weil man selbst zu eingebildet, zu dumm oder zu rassistisch ist. Sehr oft erlebt man, dass Behörden dabei Behörden schützen. Geht es der Justiz jedesmal um neutrale Rechtsfindung, oder eher um unbedingte Seligsprechung von Behörden?

Aber auch das Gegenteil existiert: Jene Behörden, die mit Wonne gezielt gegeneinander arbeiten. Für diese ‚Leistung‘ gibt es in der Staatsrechnung allerdings keinen gesonderten Posten: Das verschwindet unter ‚Löhne‘. Bei sovielen Fehlleistungen bleibt das Kern- oder Sachgeschäft dann oftmals auf der Strecke: Zeit, um weiteres Personal anzuheuern. Der Staat erschafft sich so selbst – fortwährend zwangsgespiesen durch Steuergelder. Nicht mitgerechnet sind die Milliarden, die an Kollateralschaden entstehen und so der Wirtschaft und der Kaufkraft der Betroffenen entzogen werden. Die wirkliche Korruption noch gar nicht mitgerechnet.

Der Staat bestellt die Regierung, welche die Bevölkerung den ganzen Tag belügt und betrügt. Auch so ein Apparat will finanziert werden. Und wer schützt die Korruption und die Schattenfinanz, wenn nicht ebendiese Regierung? Der Schattenfinanzindex listet die Länder nach dem globalen Schädlingspotential. Als grösster Schädling bzw. Sozialschmarotzer der Welt steht ausgerechnet die jammernde Schweiz da. An dieser Stelle könnte man auch über die schweizerischen Kriegsgeschäfte nachdenken – inkl. grosszügiger Unterstützung von nuklearen Rüstungsgütern. Verletzt sich dann wirklich mal jemand an einer schweizerischen Handgranate (Exportzahlen steigend), hilft die Schweiz manchmal und kann sich dadurch als humanitär preisen. Im Übrigen liefert man zwar sehr gerne Kriegsspielzeug, schimpft und flucht aber über so manchen echten Flüchtling. Man schimpft in der Schweiz auch gerne über Kriegsopfer aus zweiter Hand, besser bekannt unter dem Begriff 'Kriegsenkel'.

Die Schweiz hat tatsächlich ein riesiges Problem. Dieses Problem sind allerdings nicht die paar Sozialfälle, die Einkaufstouristen, die Kranken. Der Schweizer Staat verschlingt immer mehr – ein mehrfaches dessen, was nötig wäre. So mancher wäre bei einer Arbeitslosenkasse besser versorgt als teuer beim Staat, wo er erstens nur wenig Nötiges tut und zweitens Schäden am laufenden Band produziert.

Schade, dass sich kaum einer der Bundesberner vernehmlich dafür einsetzt, dieses Problem einzukreisen, es zu benennen, es zu lösen. Lieber lenkt man vom grössten aller Probleme ab indem man auf einen kleinen Eierdieb zeigt und lauthals „Unrecht, Unrecht!“ schreit.

Das Problem, das die offizielle Schweiz mit ihrer eigenen Bevölkerung hat, kann sie wohl nur durch folgende Schritte in den Griff bekomme: Verstärkung der autoritären Leitplanken; Strafmassnahmen und Sanktionierungen; Isolation (Mauerbau?); Repression; Steuererhöhung; Überwachung; Schikane; Einschüchterung mit Ängstigung und Aufbau einer Drohkulisse; Abschaffung der Reisefreiheit usf. Was so manchen jetzt an das damalige ostdeutsche ‚Paradies‘ erinnern mag.

Warum die Schweiz nicht zugepflastert wird mit Plakaten, die eine Bekämpfung von schweizgemachter Korruption, Geldwäsche, Filz und staatlicher Selbstbedienungsmentalität fordert? Ganz einfach: Das wäre dann sowas wie eine Selbstanzeige, gar eine Bekehrung. Das wäre höchst unpassend -  zudem wäre diese Stossrichtung gegen die Pfeiler der eigenen Erfolgsstory gerichtet - und so jagt man lieber lobbylose Eierdiebe; oder Kranke, Arbeitslose, Sozialfälle, Verdingkinder, Kinder der Landstrasse und anderes ‚Ungeziefer‘. Wem jetzt der Begriff ‚völkisch‘ einfällt, darf als Nächster einen Groschen in die Musikbox einwerfen.

Die Schweizer Bevölkerung ernährt einen überdimensionierten Staatsmoloch. Aber, wie die Abstimmungen immer wieder zeigen, tut sie das sehr gerne. Wahrscheinlich aus purer Angst, oder in der Hoffnung, es falle für sie selber auch einmal ein Stücklein ab.

 

 
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