fritzpress

Seite
Menü
News
Startseite > Alle Artikel und Beiträge - Schweizer Erzählnacht 2015

Alle Artikel und Beiträge

Schweizer Erzählnacht 2015

16.11.2015

   Mit grossem Engagement haben Lehrerschaft und Schüler das Thema der diesjährigen Erzählnacht umgesetzt und vorgetragen: "Hexereien und schwarze Katzen". Viel Vorbereitung steckte dahinter und das Resultat hatte Hand und Fuss. Als Tierhaarallergiker hatte ich Glück:

   Die angekündigten schwarzen Katzen huschten ausschliesslich als Dekoration über Schulzimmerwände und -Fenster. Als Hexereien- und Aberglauben-Allergiker sah es da für mich allerdings schon deutlich ungünstiger aus.
 
   "Hexereien und schwarze Katzen": Das Thema hat unzweifelhaft mit Mystik und Religion zu tun. Viele Eltern versuchen, ihre Kinder halbwegs aufgeklärt, aufgeschlossen und unbeschwert zu erziehen. Da passt das Thema der diesjährigen Erzählnacht wie die Faust auf 's Auge. Altheidnische Bräuche werden von ganz bestimmten Zirkeln, die offenbar über beste Kontakte verfügen, immer aufs neue thematisiert und durchgeboxt. Altheidnische Bräuche und Religionspraktiken sind als solche zu betrachten und gehören - wenn überhaupt - in den Religionsunterricht, der hoffentlich ein freiwilliges Fach ist.
 
   Die Erzählnacht hingegen ist vermutlich obligatorischer Teil des Unterrichts. Durch dieses Obligatorium wird die beliebte Zielgruppe 'Kinder' ganz bewusst mit altheidnischen Bräuchen überschüttet. Den Schülern und Eltern wird somit das verfassungsmässig garantierte Recht auf Glaubens- und Gewissensfreiheit ‚elegant’ verweigert. Artikel 15 Absatz 4 der Bundesverfassung: "Niemand darf gezwungen werden, ... religiösem Unterricht zu folgen." Wer glaubt, in der Neuzeit zu leben, sieht sich immer wieder und systematisch mit Zwangsinfiltration bzw. Indoktrinierung konfrontiert. Es ist dafür gesorgt, dass Eltern und Kinder, die sich nicht mit dieser heidnischen Religion identifizieren wollen, offiziell in die Ecke gestellt und diskriminiert werden - in einem fortschrittlichen und christlichen Land.



    Es ist dafür gesorgt, dass dunkles Brauchtum und tiefer Aberglauben nicht ausgerottet werden können. Im Gegenteil: Es wird damit sogar noch missioniert. Ein Exkurs in die Thematik sowie differenzierte Betrachtung müssen jedem unvoreingenommenen Beobachter die wahren Hintergründe zeigen. Gerade im Umfeld von Schulen sollte der Zugang zu weiterführenden Informationen nicht allzu schwierig sein. Auch wenn vielleicht versucht wurde, das Thema der Erzählnacht als 'herzig' und somit harmlos darzustellen, muss gesagt sein, dass Hexerei und Aberglauben grundsätzlich in Abhängigkeit und Gebundenheit führen. Das Evangelium von Jesus Christus hingegen möchte befreien. Wohl gerade aus diesem Gegensatz heraus werden Christen, die gegen diese bedenklichen Praktiken protestieren, gern und reflexartig als altmodisch und rückständig, freudlos, intolerant und unterentwickelt dargestellt und angeprangert. Andere Argumente fehlen, und so muss Christen gegenüber dieses Vokabular der Herabsetzung und Diffamierung gewählt werden.
 
   Es gibt Kreise, denen Religions- und Meinungsfreiheit nichts gelten. Stattdessen werden diese altheidnischen Religionen zwanghaft als wertvolles 'Brauchtum' und 'Kulturgut' etikettiert. Aufklärungsversuche perlen an diesen einflussreichen Zirkeln komplett ab.
 
   Man stelle sich andererseits den Shitstorm vor, der landesweit losgetreten und über viele Monate aufrecht erhalten würde, wenn christliche Freikirchler massiv Einfluss nehmen würden auf das Schweizerische Institut für Kinder- und Jugendmedien, und wenn sie in der Folge biblische Themen für die Lesenacht durchsetzen würden. Oder was passiert, wenn nur schon die 'Gideons' versuchen, Bibeln auf oder am Schulareal zu verteilen? Dann ist die Hölle los. Wortwörtlich.
 
   In den kommenden Jahren wird hoffentlich einmal eine Lesenacht stattfinden, die ganz jüdisch-christlichen und biblischen Inhalten (wohlgemerkt: nicht den kirchlichen oder kreuzzüglerischen Inhalten) gewidmet sein wird. Diese Werteordnung gehört ganz wesentlich zum Brauchtum und Kulturgut Europas - und sie ist Fundament für Wohlstand, Fortschritt, Frieden und Toleranz.
 
   Die Erzählnacht hatte keinerlei aufklärenden Charakter, und es fehlten sämtliche Ansätze zur Verarbeitung oder Bewältigung des Themas. Deshalb kann das Thema auch nicht als Schulstoff 'verkauft' werden. "Hexereien und schwarze Katzen" wurde vorgesetzt und verordnet. Ausgerechnet jene Kreise, die christlich-religiösen Menschen bei jeder Gelegenheit pauschale Rückständigkeit und Sturheit vorwerfen, stecken tief im Sumpf von religiöser Intoleranz und Aberglauben - unter dem Deckmäntelchen von angeblich erhaltenswertem Kulturgut.
 
   Natürlich soll der Einsatz aller Beteiligten der Lesenacht gewürdigt werden: Es wurden erstaunliche Höchstleistungen gezeigt, Alltägliches sehr gekonnt pointiert, und man durfte staunen über die angewandten Englischkenntnisse der Kinder. Es ist das Thema, nicht die Leistung, die mich zur Kritik veranlasst. Bestimmt gibt es - ausser Hexerei und dergleichen - eine darüber hinausgehende endlose Themenvielfalt. Sollte die kreative Phantasie dann doch einmal erschöpft sein, kann man sich an das chinesische Sprichwort halten: "Wenn du auf der letzten Seite eines Buches angelangt bist: Schliesse das Buch."

 

 
Powered by CMSimpleRealBlog
« vorige Seite Seitenanfang nächste Seite »
Seite
Menü
News
Seite
Menü
News

Powered by CMSimple | Template: ge-webdesign.de | Login