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Staat

Restlos ausgetickt

21.01.2017

Die ersten zwei Abschnitte des folgenden Textes wurden schon im Artikel "Post verweigert Quittungen" beschrieben.

Wer von der schweizerischen Post mittels Hausservice betreut wird, hat um so manche Grundrechte zu kämpfen: So erhält man beispielsweise niemals Sofort-Quittungen für die Mitnahme von Einschreibesendungen. Der Aufgabezeitpunkt sowie die Aufgabe der Sendung überhaupt können somit zunächst nicht nachgewiesen werden; Fehlleitungen, Verlust oder Schäden müssen demnach durch die Post nicht vergütet werden - der Kunde kann schliesslich keine Quittung vorweisen. Technisch gesehen wären diese Quittungen ein kleiner Klacks, aber das Management der Post weigert sich partout wie ein störrischer Esel.

Die zeitgleiche Ausstellung einer Quittung bei Entgegennahme von Bargeld ist selbst auf den Glücklichen Inseln hinter dem Winde seit jeher kaufmännischer Standard. Und in der Schweiz? Auch hier verweigert sich das Postmanagement und trötzelt wie ein Kleinkind, dem man rohen gepfefferten Selleriesalat reinschieben will.

Allerdings hat die Post gleichwohl brachliegende Kapazitäten entdeckt und kann auf einmal in Bereichen tätig sein, die weder zur Kern- noch Randkompetenz auch nur den kleinsten Bezug aufweisen. Damit meine ich nicht die Zusatzgeschäfte, die je nach Location mehr oder weniger sinnvoll sind.

Neuerdings - im Jahr zuvor hielt ich es bloss für ein bitterböses Satiregerücht - kommt der Postbote auch, um die Stromzähler der Haushalte abzulesen (Elektrizitätsverbrauch). Er stapft also durch den Schnee und unbefestigtes Terrain, schaut hinter jede Hausecke, in jedes Treppenhaus, in jeden Technikraum, in jeden Stall und jede Garage und sucht den entsprechenden Zähler. Dumm nur, wenn grad kein Hausbewohner anwesend ist, der ihm die Räume öffnen kann. Dann kommt der Bote eben an einem anderen Tag und stapft wieder durch den Schnee.

Ebenfalls dumm, wenn der Hausbewohner nicht anwesend ist und ihm nicht über die Infrastruktur und möglichen Zählerstandorte der benachbarten Häuser Auskunft geben kann. Solange der Postbote den Zähler sucht und abliest, ist sein Auto absolut ausserhalb seiner Sichtweite, und jeder Passant hätte Zugriff auf Fahrzeug mitsamt den sich darin befindenden Postsendungen.

Die ohnehin knappen Ressourcen des Zustellpersonals derart zu verschleudern und zu vergeuden, während gleichzeitig Postkunden immer noch Grundrechte verweigert werden, bedarf schon eines äusserst bizarren Weltbilds. Der Staat und die bundesnahen Betriebe scheinen grösstenteils nur noch auf Brutalkapitalismus ausgelegt zu sein: Gewinnoptimierung auf der einen Seite (die Gehälter fliessen in die eigene Tasche) - auf der anderen Seite werden Verluste resp. verweigerte Leistungen der Allgemeinheit aufgebürdet.

Bei Piloten hat man es schon lange hinbekommen, dass sie regelmässig zum TÜV müssen (fliegerärztliche Untersuchung). Warum klappt sowas offensichtlich nicht bei Konzernleitungen und Bundesräten?

 

 
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