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Wirtschaft

Tourismus in der Region Schaffhausen

05.11.2015

Tourismusgesetz: Empfänger nicht erreicht.

Obwohl klar war, dass die Vorlage zum Tourismusgesetz mit einem gewissen Gegenwind zu rechnen hätte, wurden vom Abstimmungsausgang dann doch viele überrascht. Nun soll die Angelegenheit mit einer Volksmotion neu angegangen werden.

Gewiss wäre Tourismus wichtig für eine Region. Was mich zunächst befremdet an der Situation: Werden bestehende Gratis-Möglichkeiten heute schon ausgeschöpft? Suchen wir im Internet mal nach der Begriffanordnung "biggest waterfall in europe". Die offizielle Seite rheinfall.ch wird tatsächlich erstmals weit hinten, nämlich etwa an 99. Stelle gelistet. Wie sich im Quelltext des englischen Teils der Website zeigt, gibt es keine englischsprachigen Schlüsselwörter. Gleiche Situation auf der Seite von Schaffhauserland Tourismus. Es würde sich dabei um einen einmaligen Zeitaufwand von unter 60 Sekunden handeln, bei Null Kosten.

Ich wollte zur Abstimmung wissen: Wie ist der Zustand heute mit dem noch geltenden Tourismusgesetz; und wie würde er sein nach Ablehnung oder Annahme der Vorlage. Auf der Website für-schaffhausen.ch fand sich dazu nichts Hilfreiches. Statt dessen wurde darauf hingewiesen, dass bei einer Ablehnung rund 1300 Arbeitsplätze gefährdet wären. Setzt man diese in Bezug zu den öffentlichen Mitteln, kommt man pro Person auf ein Jahresgehalt von etwa 350.- bis 800.- Franken. Sehen die Fakten wirklich so aus, oder sollte mit dieser Aussage ein Fatalismus vorgetäuscht werden?

Eine E-Mail an die dafür vorgesehene Adresse kam mit einer Fehlermeldung retour: 'Ihre Nachricht hat einige oder alle Empfänger nicht erreicht.' Kann man den Wortlaut dieser Fehlermeldung auch auf die Abstimmungsvorlage anwenden?

Ausserdem befremdet der wohl spätest mögliche Zeitpunkt der Abstimmung. Damit bleibt - wie man sieht - keinerlei Reaktionszeit mehr zum Handeln.

Den Eindruck, dass insgesamt nicht allzuviel Zeit in Planung, Ausführung und Information investiert worden ist, werde ich nicht los. Das wird jetzt sogar auch in der Volksmotion bestätig: ‚Viele Stimmberechtigte waren sich nicht bewusst,…’

Von den Touristenscharen hochgeschätzt wäre des weiteren, wenn in der Hauptstadt zum Beispiel am Ostermontag der grösste Teil der Cafés nicht geschlossen hätte. Wie wäre es zudem, wenn die Parkplätze so beschriftet würden, dass man schon vor dem Einparken deutlich erkennen könnte, wieviel die Park-Höchstdauer beträgt? Hat man in unserem Kanton alles nicht nötig.

Eine bemerkenswerte Region, wie sie unser Kanton durchaus darstellt, verdient eine umfassende touristische Bewirtschaftung, wenn sie denn ressourcenbewusst, ganzheitlich und ernsthaft betrieben wird.


5. November 2015


 

Praktisches Beispiel Wilchingen

Wilchinger Chilbi 2015: Mehr als eine halbe Seite wurde in der Zeitung mit Bericht und Inserat belegt - trotzdem bleibt dem geneigten Interessenten verborgen, um welche Uhrzeit die Chilbi beginnt. Auch in der Folgeausgabe der Zeitung - unmittelbar vor dem Anlass - finden sich in einem weiteren Bericht keine Angaben der Uhrzeiten. Gut - man könnte jetzt argumentieren, die Chilbi sei die letzten 500 Jahre immer zur gleichen Zeit gewesen, das sei auch dieses Jahr nicht anders, und überhaupt sei das ja wohl Allgemeinwissen.

Für alle anderen, die noch nicht so lange im Klettgau wohnen - nennen wir sie 'Integrationswillige' - ist nicht ersichtlich, zu welchen Zeiten die Chilbi stattfindet.

Wahrscheinlich stimmt die Aussage, dass die Schaffhauser mehrheitlich gar keine Touristen wollen. Man ist gerne für sich, eher etwas reserviert; und vielleicht ist man froh, wenn man in der Festwirtschaft jedes Jahr wieder denselben Sitzplatz am selben Tisch und zur selben Zeit bekommt und mit Resl einen Schwatz halten kann.

Deswegen sollte man die Volksabstimmung akzeptieren - spiegelt sie doch genau diesen mehrheitlichen Willen zu Nullwachstum, zum Stillstand, zur Reserviertheit wider.

Dieses Wilchinger Chilbi - Beispiel ist beileibe nicht die einzige Gelegenheit unserer Region, wo potentiellen Besuchern die wichtigsten Informationen vorenthalten werden. Selbst auf den Internetseiten der Organisatoren findet sich öfters einfach Nichts zu ihren Anlässen. Wozu also Zeitungsbericht, Inserat und Internet? Dienen sie bloss zur Reflektion der Selbstverliebtheit?

Als Tourist oder Integrationswilliger bleiben einem die Möglichkeiten, um die Region Schaffhausen einen Bogen zu machen, oder ennet einer Grenze einen Anlass zu besuchen, wobei natürlich auch das Geld dann nicht in der Region Schaffhausen ausgegeben wird ('Eventtourismus'). Schaffhauser Nullwachstum - weil wir es uns wert sind.

All jene, die sich vorausschauend für einen Tourismus und somit für wiederkehrende Einnahmequellen einsetzen, scheinen es in übersatten Zeiten nicht besonders einfach zu haben.

Ganz zuletzt fragen sich Integrationswillige - wenn sie das Logo 'Zwaa Dörfer - aa Gmaand' betrachten - welches Dorf wohl nebst Wilchingen gemeint sein könnte. Irgendwie scheint es, dem Logo sei eine mittlere Zeile abhanden gekommen.


20. November 2015

Nachtrag 17. November 2017:

Auch dieses Jahr gibt es einen Zeitungsbericht mit Inserat zur heurigen Chilbi. Wieder ohne Angabe irgend einer Uhrzeit.

 

 
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