Das Sozialschmarotzertum der Oberschicht. Oder: Der Sozialismus gebiert Kapitalisten.
Unser Bundesstaat hat es den Menschen dieses Landes weiter erschwert, im Ausland einzukaufen:
"Ab 2025 dürfen Waren zum eigenen privaten Gebrauch oder zum Verschenken nur noch bis zu einem Wert von 150 Franken pro Person und Tag steuerfrei eingeführt werden. Übersteigt der Gesamtwert 150 Franken, so muss für den Gesamtwert der eingeführten Waren die Schweizer Mehrwertsteuer bezahlt werden."
Aber reicht diese Korsettgrösse?
„Migros-Chef möchte Regeln für Einkaufstouristen noch weiter verschärfen
Seit Anfang Jahr [2025] dürfen Schweizer, die im Ausland einkaufen, nur noch Ware für 150 Franken zollfrei einführen. Bisher waren es 300 Franken. Für Migros-Chef Mario Irminger ein richtiger Entscheid, aber noch nicht genug.
Migros-Chef Mario Irminger fände eine Freigrenze von 50 Franken besser als die neu geltenden 150 Franken.“
Schauen wir uns das einmal anhand eines willkürlichen, aber alltäglichen Beispiels an.
Vorweg aber der Vergleich des Kaufkraftindexes:
In der Schweiz sind die Lebenshaltungskosten etwa 50% bis 60% höher als in Deutschland. Rechnet man das ebenfalls höhere Schweizer Einkommen aber dagegen, beträgt der Kaufkraftindex gegenwärtig rund 108%. Die Schweizer können sich also 8% mehr leisten als die Deutschen.
Natürlich wird das Einkommen des Sonderfalls Schweiz durch manche Hypereinkommen hochgedrückt - liegt also in der Realität oft nur bei etwa 50% bis 75% des statistischen Durchschnittseinkommens. Oder gerne auch noch darunter.
Bleiben wir bei den offiziellen statistischen Werten: Somit dürften Güter des täglichen Bedarfs auch 8% mehr kosten als in Deutschland.
Ein zeitgleicher Griff ins Regal bei den Märkten Migros (CH), Landi (CH) und kik (DE) – und ich habe jeweils eine Batterie CR2016 in der Hand. Das sind flache, runde Knopfzellen, welche in vielerlei kleinen Geräten, und ähnlich auch als Stützbatterien (CR2032) in Computern Einsatz finden.
Alle Preise sind regulär, also keine Sonderangebote.
Landi.ch hält sich hier mehr oder weniger an eine faire Preisstrategie.
Das Management von Migros, welches Insiderberichten zufolge teilweise in einer destruktiven rosa Traumwelt lebt, bekommt den Hals nicht voll genug. Eine Genossenschaft nach Treu und Glauben zu führen, sähe – so viele Stimmen aus der Bevölkerung – ganz anders aus. Wollen die Migros die Schweiz zu einem totalitären Regime umbauen? Und der Schweizer Staat kuscht vor Migros. Und vor ganz vielen anderen. Sonst hätte er die Freigrenze nicht gesenkt.
Wer durch Eigenleistung nicht überlebensfähig ist, greift zum Werkzeug des Protektionismus. Dazu bedient er sich eines ebenso schwachen und verluderten Staates. Wofür genau wir Einwohner eine Landesregierung haben, ist auch auf diesem Gebiet nicht zu erkennen. Solange wir enthorntes Melkvieh bleiben: Viva la Einkaufstourismus!
PS: Würden die Preise dieser Knopfzellen der ungarischen Kaufkraft angepasst, sollten sie nicht wie aufgedruckt 400 Forint kosten, sondern lediglich rund 223 Forint.